Westlich von Rheine bis nach Neuenkirchen erstreckt sich der Thieberg. Mit ihm liegt der Teutoburger Wald quasi in den letzten Zügen, bevor er weiter westlich endgültig unter die eiszeitliche Grundmoräne abtaucht. Immerhin bis 84 Meter über Meeresspiegel schafft er es noch am höchsten Punkt. Der Thieberg ist aus Kalkgestein aufgebaut, das sich aus den Hinterlassenschaften unzähliger Krebse, Muscheln und anderer Bewohner eines Flachmeeres bildete, das vor rund 90 Mio Jahren die münsterländische Bucht bedeckte. Wer sich für Fossilien interessiert, kann hier durchaus fündig werden.
Der Thieberg ist die größte waldfreie Fläche im Münsterland. Von der viel gepriesenen Parklandschaft des Münsterlandes fehlt auf dem Thieberg jede Spur, Grund sind die guten Böden, die die Bauern frühzeitig bis auf den letzten Quadratmeter ausgenutzt haben. Viel Platz für Bäume und Sträucher bleibt da nicht. Leider auch nicht für Ackerwildkräuter. Was schade ist, da sich gerade auf den kalkreichen Böden eine bunte Ackerrandflora einstellen könnte. Immerhin, mit etwas Glück lässt sich der Acker-Rittersporn entdecken, der auf dem Thieberg eines seiner ganz wenigen Vorkommen im Münsterland hat.
Vor allem für Ornithologen ist der Thieberg durchaus interessant. Im Frühling lässt aus luftiger Höhe die Feldlerche ihren lang andauernden Gesang erklingen. Sie hat auf dem Thieberg eines ihrer größten Brutvorkommen im Steinfurter Land. Auch Kiebitz und Rohrweihe brüten hier. Spannend ist es auch aktuell, weil der Thieberg für einige Zugvögel ein beliebtes Rastgebiet ist. So wurde hier im September 2023 zum ersten Mal seit vielen Jahren im Münsterland wieder der Mornellregenpfeifer gesichtet. Andere Durchzügler sind Braunkehlchen und Steinschmätzer.
Einige Impressionen vom Thieberg zeigt die Bildergalerie.






